Corona-Situation im Landkreis Tuttlingen spitzt sich erneut deutlich zu

In der Pressekonferenz am Mittwoch, dem 10. November 2021 klären Landrat Stefan Bär und der Geschäftsführer des Klinikums Tuttlingen, Dr. Sebastian Freytag, über die aktuelle Corona-Situation im Landkreis Tuttlingen auf.

Die Inzidenzwerte steigen stetig an. Zum ersten Mal verzeichnete der Landkreis am Mittwoch einen Inzidenzwert von 106. „Unser bislang höchster Wert“, erklärt Landrat Bär mit einem sorgenvollen Blick auf die Zahlen. „Derzeit ist die Lage im Klinikum noch relativ übersichtlich, die Notstufe 1 wurde bislang noch nicht ausgerufen, insgesamt werden 10 Corona-Patienten medizinisch versorgt, zwei liegen auf der Intensivstation“, bestätigt Freytag die Zahlen aus Sicht des Klinikums. Doch die Erfahrung zeigt, dass sich der Klinikalltag mit einer Verzögerung um bis zu zwei Wochen schlagartig ändern kann. Hier gebe man sich keinen Illusionen hin, so Freytag. Bei einem weiteren ungebremsten Verlauf der steigenden Fallzahl wird es nur noch eine Frage der Zeit sein, bis das Klinikum wieder in den Notfallmodus wechseln muss. Dann werden auch wieder planbare Eingriffe verschoben werden müssen. Dabei gestaltet sich das pandemische Ausbruchsgeschehen innerhalb des Landkreises mehr als diffus. Mit einer Inzidenz von 337 liegt der Landkreis Tuttlingen inzwischen oberhalb der Landesinzidenz, die aktuell bei 316 liegt.

Schutz vulnerabler Gruppen steht im Fokus des Strategiewechsels des Landes

Auch im Landkreis Tuttlingen wird das Gesundheitsamt in den nächsten Tagen dem Strategiewechsel des Landes Rechnung tragen und die bislang umfassende Kontaktpersonennachverfolgung einstellen. So gibt es das Land Baden-Württemberg vor. Das heißt, dass dann eine routinemäßige Kontaktaufnahme zu positiv Getesteten nicht mehr stattfinden wird. „Aufgrund der sehr hohen Fallzahlen ist dies ohnehin nicht mehr möglich“, kommentiert Bär die bevorstehende Neuausrichtung. „Auch Kontaktpersonen werden von uns nicht mehr informiert und erfasst.“ Lediglich im Falle eines größeren Ausbruchsgeschehens oder der Bezug zu vulnerablen Personengruppen würde die Mitarbeitenden des Gesundheitsamtes veranlassen, eine betroffene Person direkt telefonisch zu informieren.

Erweitertes Serviceangebot für Bürgerinnen und Bürger


Auch wenn die positiv getesteten Personen nicht mehr aktiv von uns angerufen werden, wird das Landratsamt für seine Bürgerinnen und Bürger auch weiterhin gut erreichbar sein. Bei Fragen können sich diese unter der Nummer 926-9999 direkt an die Hotline wenden, Fragen zu Kontaktpersonen und dem Umfeld beantwortet das Serviceteam unter 926-4950. Da die vulnerablen Gruppen besonders im Fokus stehen, ist hierfür ein spezielles Team im Gesundheitsamt zuständig. Ebenfalls gibt es konkrete Ansprechpartner für die Schulen und Kindergärten. „Selbstverständlich beraten wir Schulen und Kindergärten weiterhin, wenn es größere Ausbruchsgeschehen gibt. Hier findet wie bisher auch eine enge Abstimmung mit der jeweiligen Leitung statt“, so Bär.

Im Bereich der PCR-Testungen ist die Unterscheidung zwischen Asymptomatischen/Ungeimpften und Symptomatischen wichtig. Asymptomatische und ungeimpfte Personen können sich kostenpflichtig an den dafür vorgesehenen Stellen testen lassen. Eine Übersicht finden Sie unter www.landkreis-tuttlingen.de

Für Menschen mit Symptomen gilt, dass diese krank sind und sich selbstverständlich jederzeit an ihren Hausarzt oder an eine der Schwerpunktpraxen wenden können.
 
Landkreis bekommt eigenes Mobiles Impfteam (MIT)

Der Landkreis Tuttlingen wird hinsichtlich des mobilen Impfens durch den Gesundheitsverbund Konstanz versorgt. Hier hat das Land die drei bisherigen Teams noch einmal um zwei weitere Teams ergänzt, so dass jeder dazugehörige Landkreis über sein eigenes Impfteam verfügt. Feststeht, dass das Impfteam tageweise und zu festgelegten Zeiten im Landkreis unterwegs sein soll. „Auf die Ausgewogenheit bei der Wahl der Standorte werden wir achten. Die gesamte Raumschaft wird bedacht“, so der Landrat. „Über die Einsätze des Impfteams werden wir, sobald die personellen und organisatorischen Fragen geklärt sind, Auskunft geben.“
 
Rathäuser sind erste Anlaufstellen für Bürgerinnen und Bürger

Für die Umsetzung der Corona-Verordnung sind auch weiterhin die Gemeinden in ihrer Funktion als Ortspolizeibehörden zuständig. Ebenso müssen sich Bürgerinnen und Bürger aktiv und auf direktem Wege mit ihrer Gemeinde in Verbindung setzen, wenn sie eine Absonderungsbescheinigung benötigen. Bereits seit September dieses Jahres sind die Gemeinden nicht mehr zur automatischen Erstellung einer Absonderungsbescheinigung verpflichtet.