Ukrainische Geflüchtete - Kreisverwaltung informiert: Gemeinsame Anlaufstelle GAST schließt zum 1. August - Zentrale Anlaufstelle für Hilfeanträge zukünftig im Landratsamt Tuttlingen

Der Landkreis und die Stadt Tuttlingen hatten am 9. März 2022 eine gemeinsame Anlaufstelle (GAST) für Kriegsvertriebene aus der Ukraine in der Bahnhofstraße in Tuttlingen eröffnet. Dort wurde die erste Welle der in den Landkreis Geflohenen zentral versorgt, registriert, betreut und es wurde Wohnraum zur Verfügung gestellt. Mitarbeiterinnen der Stadt- und der Landkreisverwaltung waren gemeinsam in der GAST tätig und konnten Hilfen aus einer Hand anbieten. Ferner konnten in der GAST die von den Landeserstaufnahmestellen mit Bussen zugewiesenen Ukrainerinnen und Ukrainer zentral versorgt und registriert werden.

„Die GAST hat sich in dieser Zeit sehr bewährt. Ohne diese gemeinsame Anlaufstelle wäre es sehr schwierig gewesen, die vielen Kriegsvertriebenen, die unmittelbar nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine geflohen sind und auch zu uns in den Landkreis kamen, zu versorgen“, betonen Landrat Stefan Bär und Oberbürgermeister Michael Beck.
 
Die Zugangszahlen an Kriegsvertriebenen sind in den letzten Wochen zurückgegangen, wenngleich nach wie vor fast täglich Flüchtlinge ankommen. Ferner hat der Bund im Juni entschieden, die Flüchtlinge im Rahmen des Sozialgesetzbuches II („Hartz IV“) zu versorgen und nicht mehr nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Das Kommunale Jobcenter des Landratsamtes übernimmt seit 1. Juni die Hilfeleistung für die ukrainischen Kriegsvertriebenen. Von den im Landkreis rund 1.600 registrierten Ukrainerinnen und Ukrainern erhalten rund 1.400 Personen – darunter meist Frauen und Kinder – Unterstützung vom Landkreis.
 
Daher haben die Stadt Tuttlingen und der Landkreis vereinbart, zum 1. August 2022 die Arbeit in der GAST zu beenden und die Aufgaben in die bestehenden Strukturen der einzelnen Ämter zu überführen. Da die Zugangszahlen aktuell beherrschbar sind, ist dies effizienter und kostengünstiger. Bis Ende des Monats Juli werden die Öffnungszeiten in der GAST sukzessive reduziert. Sollte es erforderlich sein und wieder mehr Flüchtlinge im Landkreis Tuttlingen ankommen, kann die GAST jederzeit reaktiviert werden.
 
„Die Aufnahme von bisher rund 1.600 ukrainischen Kriegsvertriebenen ist eine großartige Leistung. Leider setzt sich dieser schreckliche Krieg fort und niemand kann sagen, wie viele Menschen noch fliehen müssen. Daher sind wir alle weiterhin gefordert, dieses Leid zu lindern und die Menschen aus der Ukraine zu unterstützen. Wir sind froh und dankbar über die Hilfsbereitschaft aus der Bevölkerung“, so Landrat Bär und Oberbürgermeister Beck.
 
Der Landkreis Tuttlingen wird ab 1. August beim Kommunalen Job-center in der Bahnhofstraße 100, Tuttlingen, eine „Erstanlaufstelle“ für Ukrainerinnen und Ukrainer einrichten, bei der Hilfeanträge gestellt werden können und die Kriegsvertriebenen an die richtigen Stellen geleitet werden. Für diese „Erstanlaufstelle“ stehen Dolmetscher zur Verfügung.
 
„Wir danken den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der GAST sehr für ihre tolle und engagierte Arbeit. Über 1.600 Ukrainerinnen und Ukrainern konnte schnell und unbürokratisch geholfen werden. Das hat wunderbar funktioniert“, so der Landrat und der Oberbürgermeister.