Welche Risikogruppen sind besonders gefährdet und welche Auswirkungen hat dies auf unser Gesundheitssystem?

Pressemitteilung des Landratsamtes Tuttlingen vom 17.11.2021

Seit Mitte Oktober steigen die Fallzahlen gemeldeter Infektionen mit SARS-COV-II Virus in Baden-Württemberg stark an und haben, bezogen auf die Kennzahl 7-Tagesinzidenz, die Höchstwerte aus den vorhergehenden Ausbrüchen erreicht. Die Dynamik der Entwicklung zeigt, dass die Impfzahlen noch nicht das Niveau erreicht haben, welches einen markanten Einfluss auf die Ausbreitung des Virus hätte. Dies gilt umso mehr, da die vorherrschende Variante (Delta Virus) besonders ansteckend ist.

Es gilt unverändert, dass besonders ältere Menschen und Menschen mit Vor- und Begleiterkrankungen im Falle einer Erkrankung gefährdet sind und einen schweren Krankheitsverlauf haben. Menschen, die dieser Gruppe angehören, müssen sich deshalb bei der derzeitigen Verbreitung des Virus sehr gut schützen bzw. durch das korrekte Verhalten ihres sozialen Umfeldes geschützt werden. Dies bedeutet im Besonderen die Vermeidung sozialer Kontakte, die nicht zwingend erforderlich sind. Dazu zählen u. a. der öffentliche Nahverkehr, große Einkaufsmärkte und größere Menschenansammlungen in Innenräumen bzw. im Freien, wenn das Abstandsgebot nicht eingehalten werden kann. Zwar gilt dies für alle sozialen Kontakte, aber das Risiko eine Infektionsverbreitung durch ungeimpfte Personen ist deutlich höher. Deshalb ist hier eine besondere Vorsicht und Rücksichtnahme geboten. Selbstverständlich sollten Menschen mit Krankheitssymptomen, ob geimpft oder ungeimpft, den Kontakt zu besonders Gefährdeten vollständig meiden. Es gilt zu bedenken, dass die Delta-Virusvariante ein anderes Krankheitsbild verursachen kann, welches zunächst sehr unspezifisch, zum Beispiel mit Kopfschmerzen oder einer laufenden Nase, beginnen kann. Ein einmaliges Testen bietet bei Krankheitssymptomen keine ausreichende Sicherheit. Um den vollen Impfschutz auch für die kommenden Monate zu erhalten sollte eine sogenannte Boosterimpfung erfolgen. Unabhängig davon sollten im privaten und engeren Umfeld die einfachen Schutzmaßnahmen beachtet werden: Abstandsgebot, Hygieneregeln und Masken, hier empfiehlt sich das Tragen von FFP2 Masken.

Eine zweite Risikogruppe und damit potentielle Belastung für das Gesundheitssystem stellen allgemein ungeimpfte Personen unter 60 ohne besondere Vor- oder Begleiterkrankungen dar. Bei ihnen ist das persönliche Risiko für eine schwere Erkrankung nicht so hoch wie bei der zuvor genannten Gruppe, aber hier macht es bei weiter steigenden Inzidenzen die große Zahl aus, dass eben auch zunehmend schwer Erkrankte aus dieser Gruppe im Klinikum behandelt werden müssen und teilweise schwerste Verläufe aufweisen. Diese Gruppe spielt auch eine besondere Rolle bei der weiteren Verbreitung der Infektion, da sie sozial besonders aktiv ist.

Die dritte Risikogruppe stellen die Geimpften unter 60 ohne große Vor- oder Begleiterkrankungen dar. Sie belasten das Gesundheitssystem kaum, da sie noch einen guten Impfschutz aufweisen. Da die verfügbaren Impfungen aber keine sogenannten „Steril-Impfungen“ sind, also Geimpfte Viren in Nasen- und Rachenraum aufweisen können, sollten auch Geimpfte besonders achtsam gegenüber der ersten, aber auch zweiten Risikogruppe sein, zum Beispiel indem sie FFP2 Masken tragen.

Zu der vierten Risikogruppe gehören Kinder und Jugendliche. Hier sind schwere Verläufe oder andere Folgen einer CoViD-Erkrankung sehr selten. Entsprechend belasten Infektionen innerhalb dieser Gruppe das Gesundheitssystem nicht unmittelbar. Diese Gruppe kann aber zur Ausbreitung der Infektion beitragen. Insoweit müssen besonders Personen in Kontakt mit Kindern und Jugendlichen achtsam bleiben, besonders dann, wenn sie zu einer der oben genannten Risikogruppe (also z.B. ungeimpfte Lehrerinnen und Lehrer bzw. Erziehungs- und Betreuungskräfte) gehören. Die aktuellen Fallzahlen zeigen, dass diese Altersgruppe derzeit im Verhältnis zu ihrem Bevölkerungsanteil besonders hohe Werte aufweist.