Traditionelle Waldbegehung des Gemeinderates

Am Montag, 26.09.2022 fand die traditionelle Waldbegehung des Gemeinderates unter sachkundiger Führung durch Gemeindeförster Martin Schrenk statt. Es war die zweite Waldbegehung unter Führung von Martin Schrenk in seiner Funktion als Gemeindeförster. Bürgermeister Stärk begrüßte die anwesenden Gemeinderätinnen und Gemeinderäte und betonte die Bedeutung des Waldes für die Gemeinde. Immendingen ist im Landkreis Tuttlingen der drittgrößte Waldbesitzer.

Waldbegehung Gemeinderat 2022
Vor der Bumbishütte traf sich der Gemeinderat zur diesjährigen Waldbegehung. Foto: Jutta Freudig

Als Gast begrüßte Bürgermeister Stärk den Forstsachverständigen Götz Crocoll.
 
Während des zweieinhalbstündigen Waldbegangs im Gebiet Bumbis und Hagnenbühl wurden mehrere Themen angesprochen.
 
Beim ersten Stopp informierte Gemeindeförster Schrenk über klimaresistente Baumarten. Im Hinblick auf den sich vollziehenden Klimawandel wird auf einer Versuchsfläche in der Nähe der Bumbishütte mit auswärtigen Baumarten, die klimaresistenter sind, versucht, ob diese hier angepflanzt werden können. Der auf dieser Fläche gepflanzte Türkische Baumhasel wurde von der Neuapostolischen Kirchengemeinde gespendet und angepflanzt.
 
Nächste Station war der Standort des ab 01.04.2023 beginnenden Waldkindergartens. Bürgermeister Stärk, Gemeindeförster Schrenk, Ortsbaumeister Kohler und Hauptamtsleiter Löffler informierten den Gemeinderat über den aktuellen Sachstand im Projekt. Die Baugenehmigung für den Waldkindergartenwagen wurde durch das Landratsamt erteilt. Aktuell wird durch die Leitung und Erzieherinnen des Waldkindergartens in Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung die Konzeption des Kindergartens final ausgearbeitet. Der Waldkindergartenwagen wird über einen Strom- und Wasseranschluss verfügen. Die Grabungsarbeiten für die dafür notwendigen Leitungen beginnen nun ebenfalls zeitnah. Es ist geplant, im November einen Infoabend zum Waldkindergarten anzubieten.
 
Ein Problem, das angesprochen wurde, war die anhaltende Trockenheit im Wald. Nach feuchteren Wetterverhältnissen im Jahr 2021 gab es dieses Jahr erneut zu wenig Niederschlag. Die Auswirkung sind aktuell 1500 Festmeter Käferholz. Bei der Suche nach von Borkenkäfern befallenen Bäumen wird Martin Schrenk nun auch von Frau Grosser und Herrn Ostermann unterstützt. Ihre Hunde haben die Ausbildung zum Borkenkäferspürhund absolviert. Die ersten Einsätze verliefen sehr erfolgreich und die Spürhunde haben alle im zu überprüfenden Gebiet befallenen Bäume gefunden.
 
Mit Forstsachverständigen Götz Crocoll wurde die Waldumbaufläche begutachtet, die im Zuge der Ansiedlung der Mercedes Benz AG geschaffen werden musste. Es gibt mehrere Möglichkeiten einen Ausgleich zu schaffen. Dies ist zum einen die Ersatzaufforstung, dann eine Waldumbaufläche (hier Fichtenbestand der in Buchen-, Tannen- und Fichtenwald umgewandelt wird) sowie Waldartenschutzmaßnahmen. Die Ausgleichsmaßnahmen sind auf 25 Jahre ausgelegt. Götz Crocoll und Martin Schrenk erklärten den Beteiligten die auf einer Fläche von 19 ha stattfindenden Maßnahmen. 
 Zum Schluss erfolgte ein Besuch bei den im Gebiet grasenden Yaks. Der Züchter Alexander Zonta erklärte den Teilnehmern Interessantes zu der hier nun ansässigen Kleinherde, bestehend aus 5 Tieren, und den Zusammenhang zwischen natürlicher Beweidung und Naturschutz.
 
Bei der zusammenfassenden Besprechung in der Bumbishütte wurde dem Gremium im Anschluss an den praktischen Teil die wirtschaftliche Entwicklung im Gemeindewald vorgestellt. Im Jahr 2021 konnte ein Betriebsergebnis von vorläufig ca. 460.000 Euro erwirtschaftet werden. Für das Jahr 2022 wurde mit einem Ansatz von 280.000 € geplant. Nach aktuellem Stand liegt die Gemeinde bei 312.000 €.
 
Ebenfalls besprochen wurden die aktuellen Entwicklungen am Holzmarkt und der Holzmarktpreis. Traditionell wird der Forsthaushalt im November durch den Gemeinderat beschlossen. In diesem Zusammenhang wird auch der Brennholzpreis festgelegt. Bei der nun bei der Waldbegehung stattgefundenen Vorbesprechung war man sich einig, dass auch der Brennholzpreis erhöht werden muss. Bei Bestandskunden wolle man sich an der vom Kreisforstamt vorgeschlagenen Preisgrenze von 90.- Euro brutto orientieren. Bei größeren Mengen (über 15 Festmeter) wolle man sich auf einen höheren Preis einigen.
 
Bürgermeister Stärk betonte in seinem Abschlusswort nochmals die große Bedeutung des Gemeindewalds und bedankte sich abschließend bei Martin Schrenk für die fachkundige Betreuung des Gemeindewaldes, sowie bei Götz Crocoll für die Begleitung der Waldbegehung.