Bachzimmern – Der kleinste Ortsteil von Immendingen mit großer Vergangenheit: Industrie, Wildgehege und malerische Landschaft
Einst industrielles Zentrum, früher Jagdrevier und heute lebendige Lebenswelt mitten im Weisenbachtal – hier begegnen Geschichte und Gegenwart sich auf Schritt und Tritt.
Historische Entwicklung
Bachzimmern wird erstmals um 1139 urkundlich erwähnt.
In der Industriegeschichte des Ortes spielte Bachzimmern im 17. und 18. Jahrhundert eine bedeutende Rolle als Industriestandort der Fürsten zu Fürstenberg. In dem heute stillen Tal rauchten einst Hochöfen, in denen Roheisen geschmolzen wurde.
Zu dieser Zeit wurde ein riesiges Wildgehege angelegt; das ehrgeizige Projekt hinterließ das markante Jagdschloss Bachzimmern als bleibendes Symbol.
Seit etwa 100 Jahren gehört Bachzimmern offiziell als Ortsteil zu Immendingen.
Sehenswertes und Kultur
Geografie: Der Ort liegt in der Ostbaar, eingebettet in das enge Weisenbachtal und umgeben von bewaldeten Hügeln – perfekt für Spaziergänge und Entdeckungen an der frischen Luft.
Die Amalienhütte
Eine jahrhundertelange Tradition im Raum Immendingen hatte die Waldköhlerei. Bereits im 16. Jahrhundert war Eisenerzgewinnung in der Region dokumentiert. Das reiche Vorkommen von Erz (Bohnerz) und Holz legte den Grundstein für das Schmelzen vor Ort. Im Jahr 1707 wurde in Bachzimmern ein Schmelzwerk errichtet. Nach Jahrzehnten der Unterbrechung erlebte Bachzimmern 1812 eine neue Schmelze und damit seine Blütezeit. Das Fürstlich Fürstenbergische Hüttenwerk, später als Amalienhütte bekannt, bestand bis 1878 und markierte eine bedeutende Epoche der lokalen Industriegeschichte. In dessen Blütezeit hatte der Ort 170 Einwohner und 42 Häuser. Das Verwaltungsgebäude und das Gasthaus Flamme sind noch Zeitzeugen diese Epoche. Das zusammen mit einem Wildpark 1787 erbaute fürstenbergische Jagdschloss ist heute im Privatbesitz.
Das Wildgehege auf der Baar
Vor über ca. 250 Jahren wagte man einen kühnen Plan: Die Wildtiere des Waldes in ein großes Gehege zu sperren, um Ernteausfälle zu verhindern. Der Versuch war gewaltig und blieb in der Geschichte hängen. Zwischen 1777 und 1781 entstanden umfangreiche Zäune, und ein Tierpark mit rund 1934 Hektar wurde der Fläche der Baar gewidmet. Der Plan sah vor, das Wild innerhalb des Geheges zu halten und außerhalb getöteten Wildes zu regulieren. So markierte Bachzimmern eine einzigartige Epoche in der Waldbewirtschaftung der Fürstenberger.
Das Jagdschloss Bachzimmern
Es war einst ein Zentrum des Fürstlich Fürstenbergischen Jagdgebietes. 1787 entstand hier das Jagdschloss inmitten des Wildgeheges. 1900 richteten die Fürstenberger im Gebäude ein Forstamt ein, was die Bedeutung des Waldbesitzes im Donautal unterstrich. Der Sitz des Forstamtes wanderte 1919 nach Immendingen. Im Volksmund erinnert man weiterhin an das Jagdschloss Bachzimmern, das sich seit 1962 im Privatbesitz befindet.
Jagdschloss Bachzimmern in Immendingen lädt zu einer besonderen Gartenreise in die Vergangenheit und Gegenwart ein. In über 20 Jahren Engagement ist aus den des ehemals fürstenbergische Jagdschloss Bachzimmern umgebenden Weiden ein zwei Hektar großer privater Garten entstanden. Auf knapp der Hälfte führt einzig die Natur Regie. Von einem Bachlauf getrennt ist der größere Teil im Stil eines englischen Landschaftsgartens angelegt. Im Frühsommer ist die an die Verena-Kapelle aus dem 15. Jahrhundert angrenzende Rosenblüte sehenswert. Über den Link https://www.bodenseegaerten.eu/Media/Attraktionen/Jagdschloss-Bachzimmern-Immendingen#/article/a092e664-b2fc-4a5c-8c7e-96edaa1a69f6. erhalten Sie einen kleinen Eindruck von der Schönheit des Gartens.