Baumaßnahme Sanierung des Faulbehälters auf der Verbandskläranlage Immendingen-Geisingen

Auf unserer Kläranlage wurde in den vergangenen Monaten der Faulbehälter umfassend saniert.
Der Faulbehälter wurde im Jahre 1985 erstellt und ist somit seit über 40 Jahren im täglichen Betrieb. Aufgrund des Alters waren die Arbeiten notwendig, um die technische und bauliche Funktion des Behälters langfristig zu sichern und damit einen wichtigen Bestandteil unserer Abwasserreinigung für die Zukunft zu erhalten.

Mit dem Begriff „Faulbehälter“ können wahrscheinlich die wenigsten Menschen auf Anhieb etwas anfangen. Dabei erfüllt er auf einer Kläranlage eine wichtige und unersetzliche Aufgabe.
Wenn unser Abwasser in der Kläranlage gereinigt wird, bleibt neben dem gereinigten Wasser auch Klärschlamm zurück. Dieser muss behandelt werden, bevor er weiterverwendet oder entsorgt werden kann.
 
Dafür gibt es den Faulbehälter, ein großer, geschlossener Behälter aus Stahl, in dem der Faulschlamm über einen längeren Zeitraum „ausfault“. Dabei arbeiten ganz natürlich vorkommende Bakterien und Mikroorganismen – ganz ohne Sauerstoff. Sie bauen die organischen Bestandteile des Klärschlamms ab.
Bei diesem Prozess entsteht Klärgas. Dieses Gas enthält unter anderem Methan und kann als Treibstoff für unser BHKW (Motor der über einen Generator Strom im Jahr ca. 230.000 kWh erzeugt) genutzt werden. So wird aus einem Nebenprodukt der Abwasserreinigung gleichzeitig ein nutzbarer Energieträger.
Damit der Faulbehälter diese wichtige Aufgabe auch in Zukunft zuverlässig erfüllen kann, wurde er nun umfassend für rund 700.000 € saniert und auf den Stand der Technik gebracht.
 
Eine besondere Herausforderung war dabei die Baumaßnahme während des betriebs und täglich anfallenden Faulschlamms zu koordinieren. Der anfallende Faulschlamm wurde in einem Becken gesammelt und täglich per LKW nach Donaueschingen und anschließend nach Deißlingen auf die Kläranlage befördert. Erst nachdem der Faulbehälter vollständig entleert und gründlich gereinigt war, wurde ein Gerüst eingebaut. Anschließend konnten die eigentlichen Sanierungsarbeiten im Inneren durchgeführt werden. Der gesamte Behälter wurde sandgestrahlt, Leitungen und Stahlteile, die von Rost befallen waren, wurden ersetzt; innen und in Teilen außen wurde eine dreifache Beschichtung aufgebracht. Auch die technische Ausstattung wurden vor allem im Gasbereich überprüft, erneuert bzw. saniert.
 
Mit der Sanierung des Faulbehälters wurde nun ein wichtiger Bestandteil unserer Kläranlage ertüchtigt und im besten Fall für weitere vierzig Jahre im Dienst vorbereitet.